In- und Outsourcing: Müssen wir im Marketing alles selbst können?

Die Antwort zuerst: Nein, wir müssen nicht alles selbst können. Aber fangen wir doch zuerst mit der Marketingstrategie an. Kennen wir die Marketingziele und wissen, wie wir diese erreichen, können wir auch entscheiden, welche Leistungen wir in- oder outsourcen.

Das Insourcing umfasst Aufgaben, die wir in der Marketing- und Salesabteilung selbst übernehmen. Mit dem Insourcing sind wir nah am Kerngeschäft, verstehen Abläufe, Besonderheiten oder können dank eines umfangreichen Wissens effizient agieren. Allerdings führt die Nähe zum Kerngeschäft auch manchmal zu einer Art Betriebsblindheit. Ein weiterer Nachteil des Insourcings kann dadurch entstehen, dass das Tagesgeschäft die internen Kräfte vollständig absorbiert und der Ausbau von zukunftsrelevanten Kompetenzen und unternehmerischen Perspektiven ausgebremst wird.

Das Outsourcing bietet die Möglichkeit, Strukturen und Arbeitsabläufe nach aussen zu verlagern und so sicherzustellen. Die grössere Distanz ermöglicht es, Strategieprozesse besser zu steuern. Allerdings kann sich die fehlende Nähe zu Produkten, Dienstleistungen, Organisationen und Menschen zum Nachteil entwickeln. Die Entscheidung für das In- oder Outsourcing sollte nicht anhand tagesaktueller Ereignisse, sondern mit Weitblick getroffen werden.

Wissen wirtschaftlich einsetzen

Fachliche Kompetenzen umschreiben das Wissen, das man für die Zielerreichung in einer bestimmten Anwendung benötigt. Wer die Frage nach In- oder Outsourcing aus betriebsökonomischer Sicht beantworten will, sollte die notwendige Wissenstiefe und die Frage nach der Häufigkeit, mit der das Wissen in Zukunft eingesetzt wird, berücksichtigen.

Werden Kompetenzen im digitalen Marketing nur punktuell gebraucht, lohnt sich der Einsatz externer Kräfte. Soll das Wissen kontinuierlich zur Verfügung stehen, ist es sinnvoll, das Wissen intern aufzubauen. Zu beachten ist jedoch, dass im digitalen Marketing sich die Halbwertzeit von Wissen zunehmend verkürzt. Beim Einsatz unternehmensinterner Kräfte kann das zu kontinuierlich steigenden Kosten führen.

In- und Outsourcing als Teil einer Transformation


Mit der wachsenden Komplexität in Marketing und Sales und der Tatsache, dass Prozesse nie wirklich abgeschlossen sein werden, steigen die Anforderung an die Teams. Um eine kontinuierliche Überforderung zu vermeiden, kann folgender Weg empfehlenswert sein. Die eigenen Kapazitäten werden vorübergehend durch Outsourcing verstärkt. Parallel dazu baut man Kompetenzen und Strukturen auf, um diese im Laufe der Zeit in die interne Organisation zu integrieren.

In einem solchen Wechselspiel ist es für alle beteiligten Kräfte wichtig, partnerschaftlich und offen zu agieren, sowie in einem Ökosystem die gegenseitige Unterstützung zu organisieren. In- und Outsourcing bedeutet für die beteiligten Unternehmen immer eine Transformation, die geplant werden muss und die Kosten verursacht.

Die Grundlage für Veränderungsprozesse ist Vertrauen

Die Möglichkeiten des In- und Outsourcings ist häufig eine vernachlässigte Perspektive, aber es kann zu einem wichtigen Mosaikstein bei der Etablierung zukunftssicherer Marketing- und Salesprozesse werden. Externe Partner müssen die Leistungsangebote ihrer Auftraggeber:innen und deren Kund:innen verstehen, sich mit den jeweiligen Märkten und ihren Besonderheiten auseinandersetzen. Ob In- oder Outsourcing, um Veränderungsprozesse umzusetzen, ist die Erstellung eines festgelegten Regelwerks, das Ziele und Lösungen festhält, unerlässlich. Auf beiden Wegen ist gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg.

Dieser Blogartikel «In- und Outsourcing: Müssen wir im Marketing alles selbst können?» entstand im Gespräch mit Ralph Müller und gibt es auch als Podcast. Viel Spass beim Reinhören!


Tobias Gläser

Tobias Gläser
CEO & Managing Consultant
geschrieben am 05. August 2022

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